Sind Mineralien im Flaschenwasser gesund?



Verständlich, dass allmählich das Umweltgewissen auf die 242 deutschen Mineralbrunnenbetreiber drückt: Umwelt-Aktionen, Sponsoring, umweltfreundliche Etikettenaufkleber, Großreinigungsanlagen in den Abfüllanlagen uvm. Soll uns das über die Frage nach Sinn und Unsinn über das Geschäft mit dem sauren und sprudelnden Salzwasser hinweghelfen?


Das Lobby-Argument „Lebenswichtige Mineralien“ ist ein gelungener Marketing-Gag (manche mögen „Schwindel“ dazu sagen) denn im Mineralwasser liegen Mineralien ernährungsphysiologisch nur in unbedeutenden Mengen vor. Beispiel: Das wichtige Kalzium - in 10°dH hartem Wasser befindet sich in einem Liter gerade einmal 100 mg (anorganisch gebundenes) Kalziumoxid (CaO). Kinder haben einen Mindest­bedarf von ca. 1.000 mg/täglich an organisch gebundenem (für unsere Zellen verwertbaren) Kalzium.
 
Rechnen Sie sich bei Ihrer Wasserhärte die Zahl der Liter aus, die pro Tag getrunken werden müssten, damit nur der Mindestbedarf der gesamten Familie gedeckt würde (selbst wenn sie der menschliche Körper aufnehmen könnte und würde). Viele Menschen glauben, sie könnten Ihren Mineralhaushalt mithilfe eines Mineralwassers in Ordnung bringen.
 
Die Mineralien im Wasser liegen jedoch in einer Form vor, wie sie unsere Zellen nicht aufnehmen können, sie können vom menschlichen Organismus nicht verstoffwechselt werden. Erst, wenn Mineralien von Pflanzen verstoffwechselt und in eine organische Struktur umgewandelt werden, sind sie für unseren menschlichen Körper verwertbar.
 
Empfehlenswert sind also nur Wässer mit einem niedrigen Mineralgehalt unter einem Gramm pro Liter, die sogenannten Akratopegen Mineralien werden zudem erst bioverfügbar, wenn sie - wie in guten Mineralpräparaten üblich - in ausgewogenen Verhältnissen und vor allem organisch gebunden vorliegen.
 
Man achte einmal auf die Inhaltsbeschreibung preisgünstiger und teurer Mineralstoffpräparate. Man wird feststellen, dass die hochpreisigen Produkte Gluconate, Chelate oder auch Orotate enthalten. Mit diesen kann der Körper die Mineralstoffe aufnehmen. In den preiswerten und unwirksameren Präparaten dagegen finden Sie überwiegend Carbonate, Sulfate und Chloride.


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