Sind Säuglinge besonders gefährdet?

Wir sollten Plastik meiden, wo wir können. Komplett anderer Meinung ist Professor Dr. Ibrahim Chahoud, Mediziner an der Charité in Berlin. Er gilt als der deutsche Experte auf diesem Feld. „Gefahren sehe ich für Risikogruppen.“ Betroffen seien vor allem Schwangere, Säuglinge oder Kleinkinder. „Für diese würde ich raten: Lieber einen weiten Bogen um Plastikflaschen machen.“

Bereits frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass Belastungen mit hormonähnlichen Stoffen Entwicklungsstörungen verursachen können. Dennoch werben viele Mineralwasserproduzenten explizit auf ihren Produkten mit dem Hinweis, dass das Wasser für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sei. Besorgniserregende Ergebnisse bei Tierversuchen der Mediziner kritisiert auch die Behörden. „Eigentlich haben sie doch alle dieselbe Aufgabe: Sie sollen dafür sorgen, dass die Bürger vor möglichen Schäden bewahrt werden.” Chahoud selbst beschäftigte sich bereits in mehreren Studien mit den Auswirkungen von hormonähnlichen Substanzen auf die Entwicklung und Fortpflanzungssysteme. In Tierversuchen an Ratten zeigten sich schon bei niedrigen Dosen ernstzunehmende Folgen: Abnahme der Fruchtbarkeit, verzögerter oder verfrühter Eintritt der Pubertät und Verhaltensstörungen bei Jungtieren, die im Mutterleib der Substanz ausgesetzt waren. Ähnliches will er für den Menschen nicht ausschließen.

Zum nächsten Artikel (hier klicken).


UA161210871-3